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Wenn Scham Dich ausbremst, ohne dass Du es merkst

Kennst Du das? Ein belastendes Gefühl oder bestimmte Gedankengänge kleben gefühlt schon ewig an Dir, beschweren Dich und wollen sich einfach nicht bewegen, obwohl Du schon viel innere Arbeit gemacht hast?

Dann ist wahrscheinlich Scham im Spiel, die alles gleichzeitig klebriger und schlüpfriger macht.

Scham ist wie ein dunkler Schleier, der sich über die Erfahrungen, Anteile, Emotionen und Gedanken legt, für die wir Angst haben von anderen abgelehnt zu werden – auch von uns selbst. „Wenn andere nur davon wüssten, dann würden sie denken, dass ich ein schlechter Mensch wäre und keiner würde etwas mit mir zu tun haben wollen!“ oder so ähnlich.

Alles, was unter dem Schleier liegt, ist für uns nicht sichtbar und doch irgendwie spürbar und beschwert unser Herz. Irgendwann in unserem Leben oder vielleicht gar in den Generationen vor uns wurde etwas ins Dunkle verbannt. Dort im dunklen Keller ohne Licht und Liebe verschlimmert sich der Zustand dieser unbezeugten Aspekte von uns – oder möglicherweise von unserer Vorfahren – immer mehr, dabei sehnen sie sich, wie alles Schmerzbehaftete in uns, nach liebevoller Aufmerksamkeit, um sich endlich befreien und verwandeln zu können.

Kein Fortschritt ohne von der Scham zu entgiften

Je länger sie jedoch da im Dunkeln liegen, desto mehr schämen wir uns für unsere schambesetzten Anteile, ohne sie wirklich zu kennen. Im kalten dunklen Keller sammelt sich Schimmel und Dreck auf ihnen. Von außen betrachtet ekeln wir uns gar davor und wollen davon nichts wissen, sie am liebsten loswerden, obwohl wir gar nicht genau wissen, was unter dem Schleier verborgen liegt.

Manchmal versuchen wir diese unschönen Aspekte zu übertünchen, indem wir das Haus oben umso heller, schöner, perfekter und reiner gestalten, um von anderen geliebt zu werden und von uns selbst und von anderen als besonders guter Mensch gesehen zu werden. Und gleichzeitig spüren wir, dass unser Gutsein oft unauthentisch ist, da es tief drinnen getrieben ist von der Überzeugung ein schlechter Mensch zu sein und der Welt das Gegenteil beweisen zu wollen und es nicht der Fülle unseres Herzens entspringt. Das unauthentische Gutsein schafft jedoch nicht die echte Mitmenschlichkeit und Verbundenheit, nach der wir uns oft sehnen, sondern hält das schmerzhafte Getrenntsein aufrecht.

Die schlechten Nachrichten sind: es gibt keine Abkürzungen auf dem Weg zu mehr persönlichem Wachstum. Der Weg führt immer durch das hindurch, was sich in uns zeigt und bezeugt und gefühlt werden will.  Die guten Nachrichten: der schnellste Weg zu echter Verbundenheit ist die Angst vor Ausgrenzung und Einsamkeit unter der Scham zu spüren in dem Wissen, das jeder Mensch sie teilt, auch wenn wir uns nicht trauen uns das einzugestehen. Alles, was Du tun kannst, ist Dich zu trauen den alten dreckigen und modrigen Schleier zu lüften und darunter zu schauen. Wahrscheinlich erkennst Du verletzliche jüngeren Anteile, die einfach nur ein wenig Licht, Luft und Deiner wärmenden Liebe bedürfen.

Befreit Du selbst sein durch Selbstmitgefühl

Sobald wir diese Anteile mit Mitgefühl befreit und umsorgt haben, sind wir mehr von unserem authentischen Selbst und fühlen uns gestärkter. Den alten modrigen Schleier brauchen wir nicht mehr. All die Lebensenergie, die in diesen verbannten Anteilen gebündelt war oder von ihnen blockiert und gelähmt war, darf sich wieder frei bewegen. Scham schneidet uns also von wichtigen Aspekten unseres authentischen Selbst ab und damit auch von essenzieller Lebenskraft und unserer wundervollen Einzigartigkeit. Wir werden lebendiger und entfalten unser authentische Selbst ganz von allein!

Ein weiterer Fortschritt in unseren Beziehungen kann dann auch leicht von allein geschehen: Je weniger wir Scham erleben, desto verantwortungsvoller und reifer sind wir in unserem Verhalten anderen gegenüber. Wir können Beschämung von konstruktiver Kritik unterscheiden, da wir die Absichten anderer uns gegenüber klarer erkennen können. Wir sind nicht mehr ständig damit beschäftigt jedem von unserem Gut Sein zu überzeugen oder aggressiv Dialoge abzuwehren, sondern sehen uns klar als Mensch mit Stärken und Schwächen. Wenn wir jemanden verletzt haben, dann können wir uns entschuldigen und den Schaden reparieren. Wir sind in der Lage konstruktive Kritik anzunehmen und diese auch zu geben. Wir gestalten und leben reife, nährende und starke Beziehungen mit Menschen, die das auch leben wollen.

Selbstmitgefühlstraining hilft nachweislich Schamerleben und die damit verbundene Selbstverurteilung zu reduzieren. Mach also mit beim nächsten Selbstmitgefühlstraining für Anfänger – Mindful Self-Compassion (MSC) 8-Wochen Kurs – oder in meinem Aufbaukurs Scham Detox. Alternativ, kannst Du gleich loslegen mit meinem Audio-Kurs Glaub an Dich, der Dir hilft Gefühle von Scham und Nicht-Gut-Genug zu sein zu überwinden, so dass Du Dir selbst mehr vertraust und zutraust. 10% Rabatt mit CouponCode MUT.

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Christine Braehler

Dr. Christine Brähler ist Psychologische Psychotherapeutin, Selbstmitgefühlsexpertin, Dozentin und Autorin.